Dass das Internet aus unserem Alltag wohl nicht mehr wegzudenken ist, dürfte wohl spätestens jedem, der auf diese Zeilen gestoßen ist, aufgefallen sein. Zahlreiche unabhängige Studien belegen eine Entwicklung, die vor 10 Jahren noch als reine Utopie abgestempelt worden wäre (Ein gewisser Ken Olsen, Präsident von DEC, behauptete ja schließlich auch einmal: “There is no reason for any individual to have a computer in his home.”).
Geprägt worden ist der Ziegeszug des Internets sicherlich von jüngeren Generationen (ca. 20-50 Jahre). Bei der Mehrheit dieser Nutzergruppe handelt es sich dabei um Personen mit einem gewissen Bildungsgrad (Schüler, Azubis, Studenten, Berufstätige). Jüngeren Menschen schreibt man zudem eine höhere Affinität zum Medium Internet zu.
Im Rahmen meiner Diplomarbeit (Mitte 2007) stellte ich dann überraschend fest, dass sich in der Generation der sog. Silver Surfer in den letzten Jahren so einiges getan hat. Wer hätte gedacht, dass mittlerweile ca. 25% aller Menschen ab 60 Jahre vom Internet Gebrauch macht? Noch deutlicher wird die Entwicklung, wenn man die Altersgruppe 14-19 in die Betrachtungen mitenbezieht. Die ARD/ZDF-Onlinestudie 2007 zeigt nämlich, dass 2007 erstmals mehr ältere Leute 60+ (5,1 Mio.) das Internet nutzten als junge zwischen 14-19. (4,9 Mio.). Diese Tendenz in Verbindung mit den Statistiken zu den thematischen Nutzungsschwerpunkten zeigt, dass Silver Surfer eine sehr attraktive Zielgruppe im E-Commerce-Bereich darstellen: 60,9% der Internetsurfer nutzen das Internet nämlich als Einkaufs- bzw- Shoppingplattform. Und bekanntlich verfügen ältere Personen über mehr Geld als jüngere.
Shop-Betreiber sollten angesichts dieser Verhältnisse auf die Wünsche der Silver Surfer im Bezug auf Shop-Gestaltung bzw. Usability achten. Passend dazu hat die erfahrene Versandapotheke Doc Morris die Bedürfnisse ihrer Hauptkunden (im Durchschnitt 57 Jahre und älter) analysiert und als Ergebnis insgesamt 11 wertvolle Tipps für die Gestaltung von – auf Senioren ausgerichtete – Online-Angeboten zusammengestellt. (Quelle: Internetworld)
Die Tipps decken sich meiner Meinung nach mehrheitlich mit allgemein gültigen Gestaltungsrichtlinien, wodurch sie auch auf andere Zielgruppen anwendbar sind.
Mit einstellbaren Schriftgrößen (Tipp 1) soll man der Beeinträchtigung des Sehvermögens im fortgeschrittenem Alter entgegenwirken.
Anglizismen (Tipp 7) sollten vermieden werden, da diese eher in jüngeren Zielgruppen gebraucht werden. Selbiges gilt für Fachjargon, Fremdwörter, etc.
Das Weglassen stark interaktiver Elemente, vor allem im Navigationsbereich (Tipps 8-10), könnte damit im Zusammenhang stehen, dass ältere Menschen durchaus noch unsicher mit dem Medium Internet umgehen. Eine zu starke Interaktion und unnötige Spielereien würden diese Unsicherheit nur verstärken.
Fazit: Generell lässt sich aus den Tipps ableiten, dass die Schaffung von Vertrauen beim Silver Surfer oberste Priorität hat. Skepsis und Vorbehalte gegenüber dem Internet als Einkaufsplattform sollen dadurch reduziert werden. Auf der anderen Seite sollte Senioren der Online-Bummel so angenehm wie möglich gemacht werden.
Bildquelle: Adel @ Pixelio
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