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Bis vor kurzem wusste niemand was davon. Klammheimlich haben die Entwickler von Google an ihrem neusten Projekt gearbeitet, welches sicherlich zu den faszinierendsten im laufenden Jahr gezählt werden kann. Nun ist das Geheimnis gelüftet worden: Lively, eine Symbiose aus Comic-Chat und 3D-Welt startet sofort als neuer Google-Dienst. Ganz klar, es geht darum, dem Platzhirschen in dieser Branche, auch bekannt als Second Life, den Rang streitig zu machen. Das Potential scheint auf dem ersten Blick in der Tat vorhanden zu sein. Eines der Vorteile gegenüber Second Life: Die Kompatibilität zum Rest des Internets.

Persönliche Avatare und Räume erstellen

Lively kann man mit einem gültigen Google- oder Facebook-Account nutzen. Auf der Lively-Website muss dann zunächst noch eine kleine Anwendung runtergeladen und installiert werden, dann kann es losgehen. Zunächst einmal braucht der Nutzer einen Avatar. Hier sind bereits viele verschiedene Charaktere vorhanden, die aus einem Katalog quasi zum Inventar hinzugefügt werden können. Ebenso kann aus diesem Katalog entsprechendes Zubehör (Kleidung, Accessoires) ausgewählt werden (momentan noch umsonst).

Lively by Google

Als nächstes kann ein Raum erstellt werden. Eine passende ID, Name, Beschreibung und weitere Einstellungen (sogar eigene Raummusik ist möglich!) und schon hat man den virtuellen Treffpunkt für sich und seine Freunde erstellt. Auch bei den Räumen gibt es eine große Auswahl hinsichtlich Design und Struktur und fast im Minutentakt kommen neue Muster hinzu. Die Besucher des Raumes können mit bestimmten Rechten ausgestattet werden. Sie können beispielsweise eigene Objekten in dem Raum platzieren, oder bereits bestehende bewegen, entfernen, etc. Neben dem eigenen Raum kann man natürlich auch fremde, bereits erstelle Räume besuchen.

Offensichtlich noch in der Beta-Phase

Die Applikation basiert auf Flash und ist recht Ressourcen-hungrig. Das war zumindest mein erster Eindruck, als ich neulich in einen Raum eintreten wollte. Der Ladevorgang ist recht langwierig, Objekte, Texturen und Gadgets (Implementierung von Youtube-Videos in die Raumwand!!) müssen zunächst berechnet und gerändert werden. Wenn man dann noch Pech hat, kommt man über den Status “Joining Room” nicht hinaus. Die Anwendung lädt dann einfach nicht weiter, oder aber es dauert unverschämt lange. Dies scheint im Übrigen ein ziemlich verbreiter Bug zu sein, wenn man die Lively-Google-Groups verfolgt.

Fazit

Ich denke, dass Google Lively sich in der Szene der 3D-Welten langfristig behaupten wird. Zum einen sprechen die schier grenzenlosen Erweiterungsmöglichkeiten dafür, zum anderen wie bereits angedeutet die vorhandene Kompatibilität. Auch sollte man hier nicht vergessen, dass Google-Entwickler am Werk sind!

Wenn man sich überlegt, was aus einer Verzahnung von Lively mit anderen Google-Diensten wie Google Earth oder Google Talk resultieren könnte, dann darf man sicherlich gespannt sein.

Zu befürchten ist allerdings aber auch, dass der momentan noch kostenlose “Einkauf” im Katalog zukünftig um kostenpflichte Angebote erweitert wird. Jedoch soll laut Angaben von Google in Zukunft auch die Möglichkeit bestehen, sich selber an der Entwicklung von Avataren, Räumen und Objekten zu beteiligen. Seitens Google heisst es dazu: “Wir hoffen, bald nutzergenerierte Inhalte und noch mehr Anpassungsmöglichkeiten bieten zu können, aber bis dahin gibt es im Katalog eine große Auswahl zur Personalisierung von Lively”

Momentan befindet sich Lively eindeutig in der Erprobungsphase und daher ist es schon verständlich, dass noch nicht alles problemlos abläuft. Weitere News werden in Kürze folgen.